6. Treffen der GIS-Beauftragten

13.02.2026

Vom PV initiierter fachlicher Austausch – heuer zu DiPlanung, XPlanung und zum Digitalen Zwilling Kirchheim

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen am Tisch und diskutieren

Runde der GIS-Beauftragten im PV © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Mann der spricht und gestikuliert

Andreas Fritzsche von der IHK München und Oberbayern erläutert das Standortportal Bayern © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Menschen am Tisch, die Vortrag lauschen und Notizen machen

Benedikt Seifert vom Bayerischen Staatsministerium (Foto vorne rechts) für Wohnen, Bau und Verkehr stellt DiPlanung vor © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Gruppe von Menschen am Tisch, ein Mann redet, die anderen hören zu

Marc Hodapp von urbanistic (Foto 2. von links) zum Digitalen Zwilling Kirchheim © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Reger Andrang herrschte trotz Wintereinbruch beim 6. Treffen der GIS-Beauftragten (Geoinformationssysteme). Es fand Ende 29. Januar in der Geschäftsstelle des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) an der Hackerbrücke statt. Teil nahmen 25 Vertreterinnen und Vertreter aus den Landkreisen des Wirtschaftsraums München, der Landeshauptstadt München und aus weiteren Institutionen wie dem Bayerischen Bauministerium, der IHK, dem LDBV, der Regierung von Oberbayern sowie von urbanistic und PV.

Sie tauschten sich intensiv aus zur Plattform DiPlanung und damit zusammenhängenden technischen Fragen sowie zu XPlanung und Planungsoptionen eines Digitalen Zwillings am Beispiel der Gemeinde Kirchheim. DiPlanung ist ein deutschlandweites Projekt, alle Verfahren der Bauleitplanung zu digitalisieren mit dem Ziel: Die Beteiligung und Information von Bürgerinnen und Bürgern und Trägern öffentlicher Belange (TÖB) zu erleichtern.

Überblick bei Stellungnahmen behalten

Andreas Fritzsche, Leiter des Referats Standortberatung, von der IHK München und Oberbayern, lieferte einen Überblick über das GIS-basierte Standortportal Bayern.  Dort lassen sich Gewerbestandorte bayernweit finden und vergleichen. Es enthält Informationen zu Gewerbeflächen und -immobilien, Branchenstruktur, Firmenstandorten, Statistikdaten, Standortprofile und mehr.

Auch sämtliche Bauleitplanverfahren, an denen die IHK beteiligt ist, sind dort gelistet. Eine große Herausforderung stellen die hohe Anzahl an Stellungnahmen für Planverfahren (knapp 12.600 in den letzten 19 Jahren) und die teils langen Zeiträume zwischen den Planschritten dar. Aus dieser Sicht eines TöB (Träger öffentlicher Belange) schilderte Fritzsche seinen Blick auf die Plattform DiPlanung. Diese sei eine wichtige Entwicklung für eine möglichst medienbruchfreie Bearbeitung von Stellungnahmen sowie ein Archiv, das einen Überblick gewährleistet, was in der Vergangenheit gelaufen und bereits geschrieben wurde.

DiPlanung nimmt Fahrt auf

Bauoberrat Benedikt Seifert vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr informierte über Neuigkeiten rund um die Plattform DiPlanung. Der Rollout in Oberbayern soll in 2026 abgeschlossen sein. Er wird mit Veranstaltungen begleitet. Auf der neuen Website sind neben hilfreichen grundlegenden Informationen zu DiPlanung zahlreiche Trainingsvideos verfügbar. Bisher fanden 30 Multiplikatoren-Schulungen statt, gab es 1.000 Teilnahmen an Schulungen und 2.200 Vorregistrierungen für Administratoren. In einem Testlabor stellt das Ministerium allen Beteiligten einen geschützten Raum zur Verfügung – für Schulungen, um Verfahren auszuprobieren und mehr.

Als Ausblick kündigte Seifert an: Künftig lassen sich im Modul DiPlan Beteiligung WMS-Dienste einbinden. Auch eine Bayern-Blaupause wird dort online verfügbar sein, die Gemeinden für ihre Zwecke übernehmen können. Die DiPlan Cockpit Pro-Version für die Aufgabensteuerung kommt bald: Die Gemeinde kann als Administrator weitere Funktionen einspielen und hat mehr Optionen. Es wird zusätzliche Reportingtools geben – etwa zur Anzahl der Bauleitpläne und deren Status. Zudem werden die Regionalentwicklung und Planfeststellungen als eigene Verfahren ergänzt.

Vollvektorielle Pläne dank XPlanBonus

Monika Knauff, Leiterin Geodaten & IT im PV, schilderte ihre Erfahrungen mit dem Datenstandard XPlanung. Das standardisierte Datenformat ermöglicht es, raumbezogene Daten bei Planungsverfahren zwischen den Beteiligten einfacher zu kommunizieren. Der PV wandelt seit 2023 Bebauungspläne teilvektoriell in XPlan-Daten um.

Seit dem Förderangebot XPlanBonus boomt die Nachfrage nach vollvektoriellen Plänen. Für einige PV-Mitgliedsgemeinden liegt bereits eine Zusage vor: Mit dieser Förderung erstellen wir im Auftrag der Gemeinde den Flächennutzungsplan (FNP) vollvektoriell. Zudem hat der PV erste Beteiligungsverfahren über das DiPlanungs-Portal begleitet. Nach einem Testverfahren mit der Gemeinde Gauting im Landkreis München stehen aktuell vier weitere Verfahren an.

Digitaler Zwilling nimmt alle mit

Mark Hodapp, Geschäftsführer des Startups urbanistic, zeigte den Digitalen Zwilling Kirchheim live. Der Zwilling besteht aus zwei Teilen – einem externen Zwilling als Planungsinstrument mit öffentlich verfügbaren Daten sowie einem internen. Gremien der Gemeinde setzen ihn ein, um via 3D-Modell etwa ein Geländemodell und eine Umgebungsbebauung zu visualisieren. XPlan-Daten lassen sich ebenfalls in den Digitalen Zwilling ziehen. Bei dem Projekt  wirkte der PV mit. 

Die Darstellung ist niederschwellig und für Frachfremde gut nutzbar. Die Planansicht ist übersichtlich und es kann direkt in dem Tool geplant werden. Der Vorteil: Alle Beteiligten werden mitgenommen und können Ergebnisse direkt teilen und besprechen. „Wir können Gespräche auf Augenhöhe führen“, erläuterte Hodapp. Genau das ist die Idee des Zwillings: Planerinnen, Gemeindevertretern sowie Bürgerinnen und Bürger einen konstruktiven Austausch zu ermöglichen. 

Die vom PV organisierten GIS-Treffen finden seit 2018 regelmäßig statt – zum fachlichen Austausch über die Nutzung von Geodaten und GIS  im Wirtschaftsraum München.

Ihr Kontakt

Monika Knauff
Dipl.-Geologin, Leiterin Geodaten & IT