Die Gemeinde Tuntenhausen im Landkreis Rosenheim möchte sich mit ihren rund 7.100 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand: 2024) als moderner, lebenswerter und wirtschaftlich stabiler Standort weiterentwickeln. Daher beschloss sie, ihren Flächennutzungsplan (FNP) neu aufzustellen und beauftragte den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) mit der Ausarbeitung. Gleichzeitig sollte der Landschaftsplan aktualisiert und integriert werden. Der Fokus der Gemeinde liegt auf einer nachhaltigen, klimaneutralen Gemeindeentwicklung.
Start mit Online-Beteiligung
Der informelle Teil des Planungsprozesses – die sogenannte Zieldiskussion – startete direkt mit einer Online-Befragung der Bevölkerung. Diesen eher ungewöhnlichen ersten Schritt empfahl das Planungsteam: Seit der Gemeindegebietsreform von 1978 setzt sich Tuntenhausen aus vier früher eigenständigen Gemeinden zusammen. Für den Planungsprozess spielt daher die Frage der gemeinsamen Identität eine zentrale Rolle – und dazu ist die Meinung der Bürgerinnen und Bürger besonders wichtig. Zudem wünschte sich die Gemeinde von Anfang an einen engagierten Dialog mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern, um deren Expertenwissen vor Ort in die künftigen Planungen zu integrieren.

Gestärkt in die Zukunft
Ausgangspunkt des Projekts war ein etwa 40 Jahre alter FNP mit zahlreichen Änderungsbereichen und ein ebenfalls in die Jahre gekommener Landschaftsplan. Gleichzeitig befindet sich die Gemeinde im Spannungsfeld zwischen steigendem Siedlungsdruck sowie dem Wunsch, ein grünes, ländlich geprägtes Umfeld zu wahren. Der neue FNP hilft der Gemeinde nun, hier die Balance zu halten.
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2020
September: Start des Projekts
Der Gemeinderat Tuntenhausen beschloss, den FNP mit integriertem Landschaftsplan neu aufzustellen und beauftragt den PV, das mehrjährige Projekt zu bearbeiten und fachlich zu begleiten.
Rathaus der Gemeinde Tuntenhausen © Gemeinde Tuntenhausen
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2020
Oktober: Flächenmanagement
Das PV-Planungsteam erfasste vorhandene und verfügbare Flächenpotenziale im Gemeindegebiet und schuf somit die Grundlage für den Flächennutzungsplan. Das Flächenmanagement wurde während der gesamten Projektlaufzeit fortlaufend aktualisiert.
Im Zuge des Flächenmanagements rückte eine Fläche im Ortsteil Ostermünchen in den Fokus des Gemeinderats. Er beschloss, hier eine lebendige Ortsmitte zu schaffen und beauftragte den PV mit der Konzeptvergabe.
Die Auswertung des erhobenen Flächenpotenzials zeigt, wie viel Hektar Bauland im Wohngebiet, Mischgebiet, Gewerbegebiet etc. ungenutzt sind und wo Entwicklungsflächen liegen © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2020
Dezember: Start Online-Befragung
Wie und wo soll sich Tuntenhausen künftig entwickeln? Vom 15. Dezember 2020 bis zum 31. Januar 2021 konnten Bürgerinnen und Bürger Wünsche, Vorschläge und Kritikpunkte online in einer interaktiven Karte markieren und eintragen.
Plakat zur Online-Beteiligung © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2021
Juni: Ergebnis Online-Befragung
Ende Juni präsentierte der PV die Ergebnisse der Online-Befragung im Gemeinderat. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich Verbesserungen beim ÖPNV (mehr Rad- und Fußwege sowie Bushaltestellen) und moderates Wachstum in allen Ortsteilen. Gleichzeitig wissen sie die hohe Lebensqualität in Alpennähe zu schätzen, sorgen sich aber um Zersiedelung und mehr Verkehr und Zuzug aus München.
Ergebnis Online-Beteiligung. Wohnen gefällt mir hier gut in der Gemeinde, Ortsteil Tuntenhausen © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2021
November: Erste Gemeinderatsklausur – Leitbildentwicklung
Der Gemeinderat diskutierte zu den Fragen: „Welche Ortsteile können welchen siedlungsstrukturellen Typen, wie Hauptort, Nebenort, Dorf etc. zugeordnet werden?“ und „Brauchen alle Orte alle Einrichtungen?“ (Wohnen, Gewerbe, Gemeinbedarf, Versorgung). Schließlich wurden die wichtigsten Handlungsfelder für die Ortsentwicklung festgelegt.
© Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2022
Oktober: Thementisch „Sport & Erholung“
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2022
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2023
Januar: Zweite Gemeinderatsklausur
Bei der zweiten Klausurtagung am 14. Januar stand der Landschaftsplan im Mittelpunkt. Die Anwesenden identifizierten mögliche Flächenangebote für Jugendtreffs und Schwerpunktgebiete für die Forst- und Landwirtschaft, den Artenschutz sowie den Klimaschutz. Außerdem zeigte sich durch die intensive Arbeit des Gemeinderates, an welchen Orten künftige Siedlungsentwicklung stattfinden kann.
Landschaftsplan von Tuntenhausen © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2023
März: Dritte Gemeinderatsklausur
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2023
Mai: Rundfahrt zu Entwicklungsflächen
Mit Fokus auf einen fachlichen Austausch fand am 11. Mai 2023 eine Besichtigungsfahrt per Bus zu den Entwicklungsflächen des neuen FNP mit Mitgliedern des Gemeinderats und Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamts Rosenheim sowie Kreisbaumeister Rupert Seeholzer statt.
© Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2023
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2023
Ende 2023 bis Juli 2025: Formelles Verfahren, Auslegung, Entwurfsänderung
In diesem Zeitraum beteiligte die Gemeinde die Öffentlichkeit, Behörden und Fachstellen. Der Gemeindrat wertete die Stellungnahmen aus und nahm Schritt für Schritt Anpassungen vor. Im Laufe des Planungsprozesses wurden sowohl Flächenpotenziale reduziert als auch an geeigneten Stellen erweitert. Schließlich waren alle Unklarheiten beseitigt und alle Anmerkungen aus dem Beteiligungsverfahren berücksichtigt. Im Juli 2025 stellte der Gemeinderat den FNP einstimmig fest.
© Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)
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2025
August: Genehmigung



