Hans-Albers-Villa neu gedacht

18.09.2025

Mit PV und TUM plant Feldafing die behutsame Weiterentwicklung der historischen Hans-Albers-Villa

Gebäude in Park

Historische Hans-Albers-Villa in Feldafing © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Holzmodell mit Gebäuden, Wegen und Bäumen

Der Siegerentwurf zeigt die beiden Gebäudeteile © TUM Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren


Wald mit Bäumen und Steinemauer

Die bestehenden denkmalgeschützten Wasserbecken werden erneuert © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Die denkmalgeschützte Hans-Albers-Villa mit ihrem Seegrundstück in der Gemeinde Feldafing soll umgestaltet und als Standort für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden. Dabei gilt es, Bestehendes und Neues harmonisch miteinander zu verbinden. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) hat den Prozess als Partner der Gemeinde begleitet, wird den vorliegenden FNP ändern und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen. So kann die Gemeinde bestmöglich festlegen und steuern, was gebaut wird. 

Nachwuchs plant weiter

Nach dem Tod von Hans Albers überließ seine Lebensgefährtin Hansi Burg das Grundstück dem Freistaat Bayern. Dieser hat das Areal unter Auflagen der Technischen Universität München (TUM) zur Verfügung gestellt. Die Villa soll zukünftig für die „Junge Akademie“ der TUM genutzt werden, die Nachwuchstalente fördert. Das Gebäude wird zudem umgestaltet, um gemeinsam mit regionalen Kulturvereinen Veranstaltungen durchzuführen. 

Im Rahmen einer Semesterarbeit unter der Leitung von Prof. Florian Nagler haben Studentinnen und Studenten der TUM in fünf Gruppen Konzepte erarbeitet, um die Villa weiterzuentwickeln. Vorgegeben war ein Neubau, der multifunktional nutzbar ist. Der Siegerentwurf ging darüber hinaus und überzeugte mit einem neuen Gebäude in zwei Teilen, das sich behutsam in das denkmalgeschützte Umfeld einfügt. So bleibt der Bestand erhalten und wird gleichzeitig funktional erweitert – mit Seminar-, Arbeits- und Ausstellungsräumen. 

Natur und Bestand schützen 

Das gesamte Gelände am Ufer des Starnberger Sees ist als Bodendenkmal ausgewiesen, die Villa selbst steht unter Denkmalschutz. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Planung und Gestaltung. Ziel ist es, Gebäude und Grundstück sinnvoll zu ergänzen. Dabei soll die Villa weiterhin freistehen, wichtige Sichtachsen sollen erhalten bleiben. 

Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Denkmalschutzbehörde hat der PV das Gelände in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsplaner Dr. Hans-Michael Schober untersucht und zukunftsfähige Lösungen gefunden, die den Bestand sichern. So werden bestehende historische Wasserbecken rekonstruiert, jedoch nicht mehr dauerhaft mit Wasser befüllt. Stattdessen dienen sie zukünftig als Regenrückhaltebecken zum Schutz bei Hochwasser oder Starkregen. Große Bäume bleiben erhalten, kleine Gehölze dürfen nach Rücksprache mit dem zuständigen Freiflächenplaner nur behutsam entfernt werden – von Hand und ohne Maschinen.

Kompromisse ermöglichen Einklang

Am Seeufer befindet sich ein sensibles Biotop. Um für die Öffentlichkeit weiterhin den Zugang in die Nähe des Sees zu gewährleisten, lässt die Gemeinde die bestehende Plattform instand setzen und erweitern. Diese ermöglicht einen Blick auf den See und die Hans-Albers-Villa, ohne in das Schutzgebiet einzugreifen. Zudem werden die historischen Wege wiederhergestellt. Durch zwei Gartentüren kann das Grundstück an bestimmten Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. So können Besucherinnen und Besucher diesen Rundweg am Wochenende nutzen. Ein weiterer Kompromiss betrifft den alten Obstgarten: Nur einen Teil wird die TUM bebauen, der größere Teil bleibt unberührt. 

Im Dialog mit Gemeinde und Hochschule ist ein stimmiges Gesamtkonzept entstanden. PV-Planerin Katrin Feuerstein betont die konstruktive Zusammenarbeit: „Wir haben passende Lösungen für jeden Bereich gefunden.“  

Ihr Kontakt

Katrin Feuerstein
Dipl.-Ing. (FH) Architektin, Stadtplanerin