Gewerbe

Datenstand: Februar 2021
Veröffentlicht: April 2021

Geschlossene Restaurants, Clubs, Bars, Kosmetikstudios und zweitweise auch Geschäfte – die Corona-Pandemie trifft auch die Gewerbetreibenden hart. Von Einbußen bei den Einnahmen bis hin zu Geschäftsaufgaben ist in den Medien zu lesen. Die Daten zeigen jedoch (noch) ein anderes Bild.

Insolvenzen nach Landkreisen 2021 im Vergleich zu 2019 und 2020

Trotz des Konjunktureinbruchs ist die Zahl der Insolvenzen 2020 im Vergleich zu 2019 auch in der Region München deutlich gesunken. Zur Abfederung der Folgen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung zahlreiche Hilfs- und Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft beschlossen und die Insolvenzantragspflicht  ausgesetzt. Der Verband der Vereine Creditreform e. V. gab bekannt, dass deutschlandweit insbesondere Kleinbetriebe durch die Aussetzung spürbar weniger Insolvenzen anmeldeten.

Ein deutlicher Anstieg der Insolvenzen sei dagegen bei größeren Unternehmen zu verzeichnen. Die größte Insolvenz war jene des Warenhausunternehmens GALERIA KARSTADT KAUFHOF. Auch weitere Warenhausketten – vor allem im Bekleidungsgeschäft – mussten in diesem Jahr Insolvenz anmelden. Dazu zählten unter anderem Esprit Holdings aus Ratingen bei Düsseldorf, die Sinn GmbH aus Hagen, die Bonita GmbH aus Hamminkeln (am Niederrhein) und Hallhuber aus München.

Gewerbeanmeldungen in der Region München 2021 im Vergleich zu 2019 und 2020

Mit den weitreichenden Schließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kamen mit dem ersten Lockdown Mitte März Handel und Gewerbe fast vollständig zum Erliegen. Dementsprechend geringer fielen auch die Gewerbeanmeldungen im März und April 2020 aus – im Vergleich zu 2019. Ab Mai nahmen die Gewerbeanmeldungen aber wieder Fahrt auf und liegen seitdem über den Werten 2019.

Zum Begriff: Eine Gewerbeanmeldung wird erforderlich, wenn eine Tätigkeit neu begonnen wird, eine Übernahme erfolgt (Kauf, Pacht oder Erbfolge), ein Gesellschafter eintritt, eine neue Rechtsform gewählt wird, das Unternehmen in einen anderen Meldebezirk verlegt wird oder wenn eine Gründung nach dem Umwandlungsgesetz vorliegt.

Gewerbeabmeldungen in der Region München 2021 im Vergleich zu 2019 und 2020

Überraschenderweise liegen auch die Gewerbeabmeldungen von März bis Mai 2020 deutlich unter den Zahlen 2019. Das statistische Bundesamt nennt als Gründe hierfür zum einen Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie getroffen wurden, wie zum Beispiel die Einstellung des Besucherverkehrs und Personalengpässe in den Gewerbeämtern. Zum anderen sei davon auszugehen, dass es wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit weniger Betriebsgründungen, aber auch weniger Abmeldungen gab, da Gewerbetreibende zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten, bevor sie ein Gewerbe an- oder abmelden.

Mit der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht besteht bei vielen Betrieben und Unternehmen derzeit noch keine Notwendigkeit, das Gewebe abzumelden. "Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider", schreibt das statistische Bundesamt.

Zur statistischen Größe: Eine Gewerbeabmeldung wird bei vollständiger oder teilweiser Aufgabe eines Betriebes erforderlich sowie bei dessen Übergabe (Verkauf, Verpachtung, Eintritt der Erbfolge), bei Austritt eines Gesellschafters, bei Änderung der Rechtsform, bei Verlegung in einen anderen Meldebezirk oder wenn eine Aufgabe nach dem Umwandlungsgesetz vorliegt.

Gewerbeanmeldungen minus -abmeldungen nach Landkreisen 2019

Gewerbeanmeldungen minus -abmeldungen nach Landkreisen 2020

Gewerbeanmeldungen minus -abmeldungen nach Landkreisen 2021

Die Differenz aus Gewerbeanmeldungen minus Gewerbeabmeldungen gibt einen Hinweis auf die wirtschaftliche Lage in den jeweiligen Landkreisen je Monat in den Jahren 2019, 2020 und 2021.

Wird viel angemeldet, herrscht reges geschäftliches Treiben, während viele Gewerbeabmeldungen auf eine schwierigere wirtschaftliche Entwicklung hindeuten.