Bayerisches Landesamt für Statistik veröffentlicht neue Bevölkerungsvorausberechnung
10 Gemeinden mit dem jeweils prognostizierten größten Zuwachs und dem stärksten Rückgang; Quelle: LfStat; Berechnungen und Aufbereitung: PV
Das Bayerische Landesamt für Statistik (LfStat) hat Ende April die aktuelle „regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung“ veröffentlicht. Auf Basis des Bevölkerungsstands am 31.12.2024 wurde die Entwicklung der Bevölkerung für alle bayerischen Landkreise und Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern bis zum Jahr 2044 vorausberechnet; für kleinere Gemeinden bis 2038.
Wachstum schwächt sich ab
Die Bevölkerung soll im Wirtschaftsraum Münchentooltip und in der Region München in den 20 Jahren bis 2044, ausgehend vom Wert 2024, um 3,2 % (Bayern: 2,1 %) wachsen. Das sind rund 131.000 bzw. 94.000 Menschen mehr. Den größten Anteil dran hat die Landeshauptstadt mit +70.500 (+4,7 %). Ein Blick auf das tatsächliche Wachstum zwischen 2004 und 2024 zeigt die starke Trendumkehr: Der Wirtschaftsraum Münchentooltip gewann fast eine halbe Million Menschen (+13,8 %), die Region München sogar 17 %, sprich knapp 430.000 Einwohner.
Auch Bevölkerungsrückgang erwartet
Die Bevölkerung der Mitgliedsgemeinden des Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) soll bis 2038 um etwa 2 % ansteigen. Hier zeigt sich ein sehr gemischtes Bild: Während bislang vor allem die Landeshauptstadt und ihr Umland zulegten, verlagert sich das Wachstum nun stärker in die äußeren Bereiche der Region. Besonders in den Landkreisen Erding und Landsberg am Lech gibt es viele Gemeinden – angeführt von Kirchberg und Fuchstal (jeweils +14,5 %) – mit Wachstumsraten von mehr als 5 % in den 14 Jahren nach 2024. Wachstumsimpulse kommen fast ausschließlich aus einem positiven Wanderungssaldo. Direkt hinter der Münchner Stadtgrenze wird hingegen für mehrere Städte und Gemeinden ein Bevölkerungsrückgang erwartet, etwa in Garching bei München, Gröbenzell und Puchheim im niedrigen vierstelligen Bereich und um mehrere Prozentpunkte. Hauptursachen sind niedrige Geburtenraten; zugleich setzt sich die Alterung der Bevölkerung fort.
Was bedeutet die Prognose für Gemeinden?
Die Bevölkerungsvorausberechnung schreibt den Trend der vergangenen Jahre im Wesentlichen fort, bleibt jedoch insbesondere bei den Wanderungen unsicher. Entscheidend für die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung sind vor allem Flächenplanung und kommunale Wohnungsbaupolitik, da sie die verfügbaren Kapazitäten bestimmen. Daher wird die reale Entwicklung, wie in der Vergangenheit auch, mehr oder weniger stark von dieser Prognose abweichen. Der PV unterstützt seine Mitglieder mit individuell auf sie zugeschnittenen, szenarienbasierten Analysen zur Bevölkerungsentwicklung, die auch die konkrete Ortsplanung berücksichtigen.
Links
Zur Methodik und weiteren Ergebnissen: Bayern in Zahlen, Heft 04/2026, S. 30 ff., Bayerisches Landesamt für Statistik
Einzelergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung für jede bayerische Gemeinde, Bayerisches Landesamt für Statistik
