Grafing stellt Weichen

02.08.2022

Stadtrat stimmt Vorentwurf zur FNP-Änderung zu und schafft Voraussetzung für Berufsschulzentrum Ebersberg – München Land; PV begleitet Prozess fachlich

Variante A: 3D-Modell Städtebaulicher Entwurf für Berufsschulzentrum in Grafing-Bahnhof © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)

Variante A: 3D-Modell Städtebaulicher Entwurf für Berufsschulzentrum in Grafing-Bahnhof © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Variante B: 3D-Modell Städtebaulicher Entwurf für Berufsschulzentrum in Grafing-Bahnhof © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)

Variante B: 3D-Modell Städtebaulicher Entwurf für Berufsschulzentrum in Grafing-Bahnhof © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Aufgrund der guten Erreichbarkeit per S- und Regionalbahn soll auf einer fünf Hektar großen Wiese im Ortsteil Grafing-Bahnhof das Berufsschulzentrum Ebersberg – München Land entstehen. Zuständige Schulträger sind die Landkreise Ebersberg und München. Rund 2.500 Schüler sollen dort in Fächern wie Einzelhandel, Groß- und Außenhandel, Lagerlogistik, Kfz-Mechatronik, Zahnmedizin und Fachinformatik unterrichtet werden. Kindererzieher und Informationstechnische Assistenten werden in einer Berufsfachschule ausgebildet, zudem gibt es eine Technikerschule und eine Fachakademie für Sozialpädagogik. Geplant ist, dass 650 Schüler die Schule in Vollzeit besuchen. Neben einer Aula als Veranstaltungsraum für 800 Personen und einer Mensa möchte der Landkreis eine Dreifach-Sporthalle mit Außensportanlagen errichten. Die 150 bis 200 benötigten Parkplätze sollen in Form eines Parkdecks über der derzeitigen Park+Ride-Anlage der Stadt Grafing mit ca. 500 Stellplätzen entstehen. Die Erschließung erfolgt über die Straße „Am Oberholz“.

Stadtrat stimmt FNP-Vorentwurf zu

Auf Basis eines städtebaulichen Konzepts des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) hat das Landratsamt Ebersberg entschieden, dass Berufsschulzentrum westlich der P+R-Anlage Grafing Bahnhof zu bauen. Daraufhin ist die Stadt Grafing im Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit nun dafür verantwortlich, über die Bauleitplanung Baurecht für das neue Berufsschulzentrum zu schaffen. Damit die Fläche zum Schulstandort wird, muss die Stadt ihren Flächennutzungsplan (FNP) ändern. Außerdem muss der Bahnparkplatz um ein Parkdeck aufgestockt werden, um dort die notwendigen Parkplätze für die Berufsschule unterzubringen. Der Grafinger Stadtrat hat Mitte Juli 2022 auf seiner Sitzung dem FNP-Vorentwurf zugestimmt. Die PV-Planer betreuen das Verfahren fachlich. Auf Grundlage des FNP wird der Bebauungsplan (BP) aufgestellt, der konkrete Vorgaben für die Planung der Berufsschule enthält. Für letzteres sind dann die Landkreise als Bauherren zuständig.

Städtebauliches Konzept mit Varianten

Der Planungsverband München (PV) hat bereits 2020 ein städtebauliches Konzept inklusive Machbarkeitsstudie dazu für den Landkreis Ebersberg erstellt. Sie bilden die Grundlage für weitere Planungen und Maßnahmen der Bauleitplanung sowie für Hoch- und Tiefbau. So haben die Planer untersucht, ob das Grundstück am Grafinger Bahnhof generell für den Bau eines Berufsschulzentrums mit ausreichend Parkplätzen in unmittelbarer Nähe geeignet ist. Die PV-Planer entwickelten im Hinblick auf Kriterien wie Lärmschutz, leichte Erreichbarkeit mit Fahrrad und Auto, Übergang zur umgebenden Landschaft verschiedene städtebauliche Konzepte. So visualisierten sie die räumliche Positionierung der künftigen Berufsschule mit einer Hauptnutzfläche von gut einem Hektar inklusive Schulsporthalle und -anlage sowie Parkdecks und verkehrliche Anbindung.

Die Varianten

In einem ersten Schritt wurden drei grundsätzliche Varianten – jeweils wiederum in mehreren Varianten – untersucht. Nach einer ersten Präsentation wählte das Landratsamt Ebersberg zwei Entwürfe zur intensiveren Bearbeitung aus. Beide Varianten sehen ein Parkdeck auf der westlichen Seite des derzeitigen P+R-Geländes in Grafing-Bahnhof vor.