Die Gemeinde Grafrath plant in direkter Nähe des S-Bahnhofs ein kleines, multifunktionales Gebäude. Auf rund 420 Quadratmetern soll ein Ort entstehen, der das Bahnhofsareal belebt und aufwertet. Das neue Gebäude und der angrenzende Freiraum sollen den S-Bahn-Halt attraktiver machen und die Aufenthaltsqualität spürbar verbessern. Zugleich will die Gemeinde eine niedrigschwellige Anlaufstelle für unterschiedliche Nutzungen schaffen. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) führte für die Gemeinde einen offenen Wettbewerb durch: Er unterstützte sie dabei umfassend – von der Vorbereitung über die Verfahrenswahl bis zur Wettbewerbsbetreuung. Offene Wettbewerbe bieten Gemeinden die Chance, innovative Entwürfe und Ideen zu gewinnen, insbesondere von jungen Büros.
Vorgehensweise
Im Juli 2025 lobte Grafrath den Wettbewerb als offenen Realisierungswettbewerb in zwei Phasen mit Ideenteil aus. Insgesamt 54 Bewerbungen gingen ein, die der PV vorab prüfte. Da die Gestaltung der Freiräume für den Bahnhof eine zentrale Rolle spielt, schrieb die Auslobung eine Zusammenarbeit von Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros vor.
Die Entwürfe sollten nachhaltig sein, flexible Grundrisse ermöglichen und sich wirtschaftlich umsetzen lassen. Zudem legte der Gemeinderat großen Wert auf qualitätvolle Freiflächen.
Im September 2025 trat das Preisgericht erstmals zusammen und wählte zehn Arbeiten für die engere Auswahl aus. Ende November 2025 folgte die zweite Sitzung. Nach intensiver Diskussion entschied sich das Preisgericht für den Entwurf von frommemichal architekten, München und kübertlandschaftsarchitektur, München.
Erster Preis
Den ersten Preis erhielten frommemichal architekten, München und kübertlandschaftsarchitektur, München für ihren Entwurf mit dem Titel „Stellwerk Grafrath“.
Das Preisgericht hebt die klare Positionierung des Neubaus hervor. Sie öffnet einen großzügigen Bahnhofsvorplatz, den eine Baumreihe zur Bahnhofsstraße hin begrenzt. Das Architektenteam setzt auf nachhaltige Baustoffe und entwickelt ein dreigeschossiges Gebäude mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten. Im Erdgeschoss entsteht Raum für Gastronomie mit zugehörigem Außenbereich. Die oberen Geschosse bleiben flexibel nutzbar, etwa für Coworking-Spaces, Mehrzimmerwohnungen oder Mikroapartments. Zudem bettet sich das Gebäude wie selbstverständlich in das vohandene Gelände ein, urteilt die Jury.
Zweiter Preis
Mit dem zweiten Platz wurden STELLA BIRDA ARCHITEKTUR, München mit AMSL ARCHITEKTUR, München und NUWELA Büro für Städtebau und Landschaftsarchitektur, München prämiert.
Das Preisgericht lobte bei dieser Arbeit die Konstruktion des dreigeschossigen, kompakten Gebäudes. Es ermöglicht eine sehr flexible Aufteilung, sowohl im Coworking- als auch im Wohnbereich. Zudem schätzt die Jury die Gestaltung des Freiraums, zwischen bestehender Wartehalle und Neubau.
Dritter Preis
Über den dritten Preis konnten sich Eugen Happacher Architekt, München und Bauchplan ).(, München freuen.
Der geplante Neubau zeichnet sich durch ein offenes Erdgeschoss aus, das nach allen Richtungen einladend wirkt. Positiv bewertet das Preisgericht auch die Idee, die Fahrradstellplätze in das Erdgeschoss zu integrieren. Insgesamt halte die Arbeit die Waage zwischen ökonomischen Überlegungen und gestalterischem Anspruch.






