Mehrfachbeauftragung Wohnquartier Eching


Juli bis November 2025

Wie vielerorts in der Region München steigt auch in der Gemeinde Eching bei Freising die Nachfrage nach Wohnraum. Um dieser gerecht zu werden, möchte Eching – im südlichen Teil des Landkreises Freising gelegen – ein neues Wohnquartier schaffen. Dafür hat der Gemeinderat zwei benachbarte Grundstücke im Ortsteil Dietersheim ins Auge gefasst. Hier sollen 50 bis 70 Wohneinheiten entstehen, die Familien, kleineren Haushalten sowie Menschen aus unterschiedlichen Einkommensgruppen ein zu Hause bieten. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) betreute zu diesem Projekt eine Mehrfachbeauftragung. Für die Gestaltung des neuen Wohnareals wurden von drei Planungsbüros Konzepte eingereicht. Eine Planidee fand beim Bewertungsgremium besondere Zustimmung.

Innovativ & Grünflächen für alle

Für das neue Wohnquartier wünscht sich die Gemeinde eine Mischung aus Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Dabei legt sie besonderen Wert auf eine innovative Gestaltung des Quartiers. Zum Anforderungsprofil gehören auch großzügige Grünflächen, die für alle Einwohnerinnen und Einwohner Dietersheim zugänglich sind. Um solche Freiflächen zu schaffen, soll die Bebauung relativ dicht sein. Weitere Kriterien sind: 

  • Unterschiedliche Wohnungsgrößen
  • Möglichst hoher Anteil an barrierefreien Wohnungen
  • Ausreichend Grünzonen um Bebauung mit Landschaft zu verbinden
  • Verkehrsarme Erschließung
  • Weitgehend gemeinschaftliche Parkplatzanlagen
  • Berücksichtigung der Aspekte Klimaschutz, Energiebedarf und Nachhaltigkeit

Vorgehensweise

Im Juli 2025 wurden drei Teams aus Stadt- und Landschaftsplanung beauftragt, einen städtebaulichen Entwurf zu erarbeiten. Alle Entwürfe gingen anonymisiert zum Abgabetermin Ende Oktober ein. Wie bei Mehrfachbeauftragungen vorgesehen, erhielt jedes Büro ein zuvor definiertes Honorar. Mitte November 2025 befasste sich das Bewertungsgremium in einer Sitzung mit den eingereichten Plänen und Modellen. Die PV-Planerin Anna-Maria Martin präsentierte die drei Entwürfe und stellte die Ergebnisse der Vorprüfung vor. Schließlich stimmte das Bewertungsgremium für eine Planidee, die wir im Folgenden vorstellen.

Ausgezeichnet: Gartenhöfe & Parkscheune

Das Team aus Deffner Voitländer Architekten bda, Dachau und Klaus + Salzberger Landschaftsarchitekten PartGmbB, Eching am Ammersee, überzeugte das Gremium mit ihrem Wohnquartier. Besonders die Anordnung der Wohnhäuser, die drei Gartenhöfe entstehen lassen sowie das innovative Parkkonzept bewertete die Jury positiv.

Viel Grün, wenig Autos

Die Planidee der Siegerarchitekten präsentiert sich als überaus grün. Die Gartenhöfe bestehen sowohl aus kleinen Privatgärten direkt an den Häusern als auch aus großen Gemeinschaftsgärten für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Nach Westen hin öffnen sie sich zu den öffentlichen Grünflächen, von denen ebenso die bestehende Nachbarschaft profitiert. Dort können Menschen zusammenkommen, sich erholen und Freizeitaktivitäten nachgehen.

Für ein autoarmes Quartier positioniert das Team eine zweigeschossige Parkscheune im Osten des Gebiets. Sie beinhaltet den Großteil der Pkw-Stellplätze. Hier finden Angebote zu Carsharing- und Lastenradsharing Platz. Das Gremium sieht in der Parkscheune einen innovativen Ansatz, der noch dazu kostengünstig und flexibel anpassbar ist.

Regenerative Energieversorgung

Für die Gebäude schlägt das Architektenteam recyclingfähige Baustoffe wie Holz und mineralische Materialien vor. Die Energieversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner wird zentral und genossenschaftlich via Grundwasserwärmepumpe realisiert. Die daraus gewonnene Wärme verteilt sich über ein Niedertemperatur-Nahwärmenetz an die Haushalte. Photovoltaikmodule auf der Parkscheune liefern die nötige Energie für die Wärmepumpe und versorgen das Quartier mit grünem Strom. Die Elektrofahrzeuge können in der Gemeinschaftsgarage geladen werden.

Das Gesamturteil: Das Konzept ist sehr gut durchdacht und ein realistisches Beispiel für ein innovatives ländliches und zukunftsfähiges Wohnquartier. Die Gemeinde entscheidet nun, wie das Konzept umgesetzt wird.

Ihr Kontakt

Anna-Maria Martin
Dipl.-Ing. Univ. Architektin, Reg.Baumeisterin (Leiterin Gruppe 3)
Farnaz Mohseni
PhD Heritage Studies, M.Sc. Städtebau, B.Sc. Stadtplanung