Bürgerbeteiligung zu integriertem Mobilitätskonzept in Haar

25.03.2019

PV erarbeitet fachliche Analyse und betreut Bürgerbeteiligung

Vortrag PV-Mobilitätsexpertin Birgit Kastrup anlässlich der Bürgerbeteiligung zum integrierten Mobilitätskonzept in Haar © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Bürgerbeteiligung zum integrierten Mobilitätskonzept in Haar © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV)


Fußgängerinfrastruktur in Haar © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV); Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung


Neue Mobilitätsangebote in Haar (Carsharing und geplante MVG-Mietradstationen) © Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV); Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung


Um die wachsende Gemeinde Haar vom Verkehr zu entlasten, die Mobilität auch künftig sicherzustellen sowie die Wohn-und Arbeitsbedingungen in der Gemeinde attraktiv zu halten, entwickeln Gemeinde und Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) ein integriertes Mobilitätskonzept (wir berichteten).

Hierbei werden die Bürger der Gemeinde als „Experten vor ihrer Haustüre“ intensiv eingebunden. Der PV ist sowohl mit der fachlichen Analyse und Planung beauftragt als auch mit der Moderation und Prozesssteuerung der Bürgerbeteiligung.

Workshop und Online-Beteiligung

So fand nun am 20. März im Bürgerhaus der Gemeinde eine erste Abendveranstaltung dazu statt. In einem Vortrag stellte die PV-Mobilitätsexpertin Birgit Kastrup zunächst die Ergebnisse der durchgeführten Bestandsaufnahme mit Stärken-Schwächen-Analyse vor und erläuterte die Ausgangslage. Danach hatten die Bürger die Möglichkeit, an Workshop-Inseln mitzuarbeiten und ihre Problemsichten, Anmerkungen und Vorschläge einzubringen. Außerdem war ihre Meinung zu den bisher erarbeiteten Zielen zur Zukunft der Mobilität in Haar gefragt.

Wer nicht an der Veranstaltung am 20. März teilnehmen konnte, hat die Möglichkeit, sich online zu beteiligen. Vom 21. März bis zum 07. April 2019 ist auf der Gemeindewebsite eine  Online-Plattform freigeschaltet. Dort können die Bürger Anregungen und Kritikpunkte zum integrierten Mobilitätskonzept angeben.

Die Bestandsaufnahme

Die Analyse erfasst und bewertet die verkehrliche Situation der Gemeinde für alle Verkehrsarten – vom Autoverkehr über Fußgänger- und Radverkehr sowie Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) bis hin zu neuen Mobilitätsangeboten. Auch die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verkehrsarten spielen eine Rolle. Die Bestandsanalyse zeigt Stärken und Schwächen auf und leitet daraus konkrete Ziele ab.

Stärken und Schwächen

Einerseits profitiert Haar von den durch das Gemeindegebiet verlaufenden Bundestraßen B304 und B471, ermöglichen sie doch eine gute überörtliche Anbindung. Andererseits wirken die Verkehrsbänder in den Ortsmitten als Zäsuren. Die hohen Verkehrsmengen, die mehrheitlich dem Durchgangsverkehr zuzurechnen sind, belasten die Bürger.

Die Voraussetzungen für eine nachhaltige, zukunftsorientierte Mobilität in der Gemeinde bewerten die Experten als positiv. Eine kompakte Siedlungsstruktur mit geringen Entfernungen und ein gutes ÖPNV-Angebot führen bereits heute dazu, dass der Nutzungsanteil bei Fahrrad und ÖPNV im Vergleich zu anderen Gemeinden überdurchschnittlich hoch, der Autobesitz relativ niedrig ist.

Ziele eines integrierten Mobilitätskonzeptes sind unter anderem:

  • Den Autoverkehr reduzieren, innerörtlich als kommunale Aufgabe und bezogen auf den Durchgangsverkehr als interkommunale Aufgabe.
  • Den ÖPNV etwa durch bessere Verknüpfungen und gesteigerte Taktungen ausbauen.
  • Die Rad- und Fußwegeverbindungen ausbauen und ergänzen.
  • Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes und neue Mobilitätsangebote bei der Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete berücksichtigen.
  • Neue Mobilitätsangebote wie etwa Car- oder Bikesharing fördern

Wie geht es weiter in Haar?

Die Ergebnisse des Workshops und der Online-Beteiligung fließen in die Konzeption und die Maßnahmen für das integriertes Mobilitätskonzept mit ein. Hierzu sind im Frühjahr und Sommer 2019 weitere Lenkungskreissitzungen und Gemeinderatssitzungen vorgesehen. Die Ergebnisse dieser Sitzungen veröffentlicht die Gemeinde stets auf ihrer Homepage.

In der konzeptionellen Phase sollen die Bürger wieder über Zwischenergebnisse informiert werden, diese bewerten und eigene Vorschläge zu den geplanten Maßnahmen erarbeiten. Eine zweite Bürgerbeteiligung ist für Oktober 2019 vorgesehen.

Weitere Informationen zum integrierten Mobilitätskonzept finden Sie auf der Haarer Gemeinde-Homepage.
 

Berichterstattung

sueddeutsche.de, 22. März 2019
merkur.de, 22. März 2019