Demografiebericht und Flächenkataster Dachau

2010, 2015 und 2020

Als Grundlage zur Diskussion der künftigen Stadt- und Siedlungsentwicklung in Dachau wurde in den Jahren 2010 und 2015 jeweils ein Demografiebericht erstellt. Der Demografiebericht zeigt die Entwicklung der Alterszusammensetzung in den verschiedenen Stadtteilen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Anforderungen an die soziale Infrastruktur.

Die Stadt Dachau hat dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) in Kooperation mit dem Institut SAGS die Fortschreibung des Demografieberichtes aus dem Jahr 2015 übertragen. Der Demografiebericht hat sich als nützliches Entscheidungsinstrument für die Stadt erwiesen und wurde nun für den Prognosezeitraum bis 2037 fortgeschrieben.

Zur Ermittlung der Siedlungspotenziale im Siedlungsbestand verfügt die Große Kreisstadt Dachau über ein Flächenkataster auf Teilraumebene, das der PV zuletzt im November 2019 aktualisiert hat.

Methodik

Die Bevölkerungsentwicklung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der äußeren Entwicklung durch Zu- und Fortzug sowie der inneren Entwicklung durch Geburten und Sterbefälle. Diese zwei Komponenten beeinflussen sich gegenseitig – Zuwanderung, insbesondere junger Familien, bedingt Geburtenzuwachs, während Sterbefälle oft zu frei werdendem Wohnraum und damit Zuzug führen. Aus der Kombination der zwei Parameter ergibt sich die gesamte demografische Entwicklung.

  • 1. Wanderungsprognose bis 2037: Wer zieht in welchen Teilraum und bleibt in der Stadt Dachau (Nettozuzug)?
  • 2. Analyse und Prognose der gesamten demografischen Entwicklung auf Grundlage der Wanderungsprognose bis 2037
  • 3. Berechnung des zukünftigen Bedarfs an Kindertagesbetreuungs- und Schulplätzen

1. Wanderungsprognose auf Basis des Flächenkatasters

Im Rahmen der Wanderungsprognose wurden die innerörtlichen Entwicklungspotenziale sowie städtebauliche Entwicklungskonzeptionen der Großen Kreisstadt Dachau analysiert. Grundlage dafür bilden das vom PV erstellte Flächenkataster (Stand November 2019), der rechtswirksame Flächennutzungsplan sowie aktuelle Bauleit- und Entwicklungsplanungen (insbesondere Augustenfeld Zentrum und MD-Gelände) der Großen Kreisstadt Dachau.

Ergebnis

  • Gesamtpotenzial 134,4 ha für Wohnzwecke, davon etwa 2/3 im Bestand
  • Von der Summe aller ermittelten Flächenpotenziale werden bis 2037 etwa 42 % komplett umgesetzt.
  • Unter Berücksichtigung des Wohnungsbaus aufgrund des Generationenwechsels ziehen etwa 12.950 Personen bis 2037 nach Dachau zu, davon 81% im Siedlungsbestand und 19 % auf Siedlungserweiterungsflächen
  • Die entsprechende Schaffung von Wohnraum entspricht einem Anstieg von etwa 14 % gegenüber dem Schnitt der letzten 10 Jahre.
  • Spitzen der Wanderungsbewegungen finden Mitte bis Ende der 2020er Jahre statt, bedingt durch die größeren Entwicklungsgebiete Augustenfeld Zentrum und MD-Gelände
  • Der Generationenwechsel spielt einen entscheidenden Faktor in der Generierung von Zuzug

 

2. Prognose der Einwohnerentwicklung bis 2037

Aufgrund der natürlichen und wanderungsbedingten Annahmen zur Einwohnerentwicklung ergeben sich bis 2037 folgende Gesamteinwohnerzahlen: 45.469 (ohne Wanderungen) und 61.239 (mit Wanderungen). Der Bevölkerungshöchststand wird demnach in Dachau am Ende des Prognosezeitraums im Jahr 2037 im Wanderungsmodell mit über 61.000 Einwohnern erreicht. Ohne Zuwanderungen würde die Bevölkerung stagnieren bzw. leicht zurückgehen.

3. Auswirkungen auf den Bedarf Kindertagesbetreuung und Schule

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder ist von der Anzahl der vor Ort lebenden Familien mit Kindern abhängig. Sie stellen das Nutzerpotenzial von vorschulischen Betreuungsangeboten dar. Die Nachfrage ist aber nicht statisch, sondern hängt von verschiedenen verhaltensabhängigen Faktoren ab, wie Berufstätigkeit der Frauen, Familienbild in der Gesellschaft, Quantität und Qualität der Angebote, Erreichbarkeit der Einrichtungen, Öffnungszeiten, Gebühren etc.

Die Experten von unserem Kooperationspartner SAGS rechnen bis 2037 – ausgehend vom Basisjahr 2019 – mit einer wachsenden Nachfrage nach Betreuungs- bzw. Schulplätzen in allen Altersgruppen:

  • 0-2 Jährige: + 33 % (462 absolut)
  • 3-5-Jährige: + 51 % (677 absolut)
  • 6-9-Jährige: + 59 % (1.041 absolut)
  • 10-14-Jährige: + 61 % (1.323 absolut)
  • 15-17-Jährige: + 59 % (786 absolut)