Landschaftsplanung Taufkirchen (Vils)

Vorentwurf


Seit Juni 2018

Die Gemeinde Taufkirchen (Vils) beauftragte den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans, den Landschaftsplan zu aktualisieren und in den Flächennutzungsplan zu integrieren. Derzeit liegt die Planung im Vorentwurf vor. Das Bauleitplanverfahren läuft 2019.

Herausforderungen: Landwirtschaft, Naturschutz, Erholung

Im Gemeindegebiet befinden sich zum Großteil landwirtschaftlich wertvolle Böden. Die Land- und Forstwirte ziehen daher aus ihren Flächen einen hohen wirtschaftlichen Nutzen. Der Naturschutz ist auf Restflächen verwiesen. Die Belange des Naturschutzes und der Land- und Forstwirtschaft stehen teilweise in starker Konkurrenz zueinander. Ziel der Gemeinde ist es, Synergien zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu schaffen. Darüberhinaus soll die Landschaft stärker für Erholungszwecke genutzt werden können. Dafür möchte die Gemeinde Rad- und Wanderwege besser vernetzen.

Landschaftsplanerischer Fachbeitrag des PV

Vor diesem Hintergrund macht es sich der landschaftsplanerische Fachbeitrag zur Aufgabe, Landwirtschaft, Naturschutz und Erholung unter einen Hut zu bringen. Der Schutz des Bodens vor Erosion durch Wasser steht dabei im Mittelpunkt. Unter dem Leitsatz „Statt Bodenabtrag mehr Erholungsnutzung in die Täler“ liefert der Planungsverband München Vorschläge, welche Wegeverbindungen die Gemeinde nutzen könnte, um einzelne Teile ihres Gebietes an den Vilstalradweg anzuschließen. Auch zeigen die Experten auf, wie Naturschutz auf landwirtschaftlichen Flächen funktionieren kann, etwa in Form von Blühstreifen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Fördergelder für deren Anlage stehen über das Kulturlandschaftsprogramm KULAP des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bereit. Der landschaftsplanerische Fachbeitrag beschreibt im Detail, an welchen Stellen die Gemeinde Taufkirchen (Vils) Maßnahmen sinnvollerweise umsetzen und wie sie dadurch dem Insektensterben entgegenwirken kann.

Vom PV empfohlene Vorgehensweise

Generell raten die PV-Planer, konkrete landschaftsplanerische Maßnahmen im Flächennutzungsplan zu verorten. Eine Pflicht zur Umsetzung ergibt sich hierdurch nicht. Vielmehr lässt sich damit verdeutlichen, welche naturschutzfachlichen Potenziale in den Flächen schlummern und wie eine Gemeinde sie aktivieren kann. Neben einem landwirtschaftlichen Wert erhält eine Fläche so auch einen naturschutzfachlichen Wert.

Vielerorts liegen die Landschaftspläne bereits vor. Dann kann es im Rahmen einer Neuaufstellung des Flächennutzungsplans genügen, bestehende Zielsetzungen der jeweiligen Gemeinde an aktuellen Herausforderungen zu messen und mit neuen Lösungen anzureichern.