Moderation eines Bürgerforums in Hohenlinden zum Thema "Bauen"

Der PV moderierte für Hohenlinden ein Bürgerforum zum Thema „Bauen“. Die Gemeinde führte seit der intensiven Beteiligung der Bürger im Zuge der „Rahmenplanung der Ortsmitte und Ortsdurchfahrt“ und deren abschnittsweisen Realisierung mit Unterstützung der Städtebauförderung bereits mehrere Bürgerforen zu verschiedenen Themen („Schule und Kinderbetreuung“, „Energie“, „Älterwerden in Hohenlinden“) durch.

Am 6. November 2018 präsentierte Hohenlinden mit Unterstützung der Fachplanerin Susanne Bauer vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) im Wendlandhaus seinen Bürgern die Überlegungen für die künftige bauliche Entwicklung der Gemeinde und stellte sich verschiedenen Fragen rund ums Bauen.

Anlass für das Bürgerforum zum Thema „Bauen“ waren einerseits der Wachstumsdruck auf die gesamte Region, der auch in der Gemeinde Hohenlinden deutlich spürbar ist, und andererseits die Bauwünsche von Bürgern.

Wie soll sich Hohenlinden künftig weiterentwickeln?

Zu Beginn der Veranstaltung gab Bauer einen Rückblick und ein Resümee zur bisherigen Entwicklung der Gemeinde Hohenlinden. Anschließend erläuterte Bauer den Bürgern die wichtigsten Planungsvorgaben für die Gemeinde, die Fachgesetze, die es einzuhalten gilt, verschiedene Planungsinstrumente sowie rechtlichen Regelungen des Baugesetzbuchs (BauGB), der Baunutzungsverordnung (BauNVO) sowie der Bayerischen Bauordnung (BayBO).

Bisher verzeichnet die Gemeinde Hohenlinden in Bezug auf Wohnungsbau, Einwohner- und Gewerbeentwicklung ein kontinuierliches Wachstum, dessen Folgen für die Infrastruktur von der Gemeinde stets gut bewältigt werden konnten. Auf die Frage, wie sich die anwesenden Bürger die künftige Entwicklung der Gemeinde wünschen, ergab sich ein Meinungsbild, das mehrheitlich auf ein Wachstum wie bisher setzt. Einigen Bürgern von Hohenlinden bereitet das künftige Wachstum und vor allem die Nachverdichtung und Veränderungen in der Sozialstruktur Sorgen. Es gab aber auch deutliche Stimmen, die sich für mehr bauliche Entwicklung als bisher aussprachen.

Demografische Herausforderungen und Anforderungen an die Infrastruktur

PV-Planerin Bauer machte außerdem darauf aufmerksam, dass es aufgrund des demografischen Wandels künftig vielfältigere Wohnformen in der Gemeinde brauche. Derzeit befindet sich die überwiegende Mehrzahl der Wohnungen in Einfamilien- oder Doppelhäusern, weniger als 20 Prozent der Wohnungen sind in Wohngebäuden mit mehr als drei Wohnungen untergebracht. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es wichtig zu fragen: Gibt es in Zukunft einen verstärkten Bedarf an zusätzlichen Wohnformen und somit an Wohngebäude mit mehr als drei Wohnungen und wo wären hierfür geeignete Standorte? Bei den baulichen Entwicklungen müsse laut Bauer stets auf die Auswirkungen auf die bestehende und künftige soziale Infrastruktur eingegangen werden.

Planungsverband beurteilte Entwicklungspotenziale

Welche Flächenpotenziale hat die Gemeinde und welche Entscheidungskriterien sind für die Auswahl und Priorisierung der Potenziale wichtig? Diesen Fragen stellte sich der Gemeinderat bereits 2017 in einer gemeinsamen Klausur mit dem PV. Aufbauend auf den seit 2011 rechtswirksamen Flächennutzungsplan wurden im Rahmen dieser Veranstaltung mögliche Entwicklungsflächen und Bauwünsche mithilfe von fachlichen Kriterien von den Gemeinderatsmitgliedern beurteilt. Die daraus resultierenden kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklungsüberlegungen für Hohenlinden erläuterte Bauer den Bürgern ausführlich und beantwortete zahlreiche Fragen hierzu.

Bauliche Entwicklungen in der Gemeinde sind kurzfristig im Hauptort am westlichen Ortsrand mit dem neuen Baugebiet „In den Reuten III“ und durch Nachverdichtung  im Ortsteil Altmühlhausen vorgesehen. Bei den Entscheidungen zu den mittelfristig und längerfristigen Entwicklungspotentialen ist häufig der Lärmschutz oder der Hochwasserschutz zentrale Aufgabe, die es im Rahmen der Bauleitplanung  zu lösen gilt.

Fragen und Antworten

Auch alle bereits im Vorfeld von Bürgern formulierten Fragen rund ums Bauen beantworteten Susanne Bauer und Martina Baumann von Gemeindeverwaltung detailliert. Die von Bauer gezeigten Folien sowie die Fragen und Antworten veröffentlichte die Gemeinde Hohenlinden im Anschluss an die Veranstaltung auf ihrer Internetseite.