Rahmenplanung unter Einbindung der Bürger Obergeislbach

September 2018

Es hat sich bei der Planung bewährt, Bürger frühzeitig in den Planungsverlauf einzubeziehen. Die Bürgerbeteiligung hilft, den Anforderungen und Wünschen aller Beteiligten gerecht zu werden und Fehlplanungen zu vermeiden. Mit Informationsveranstaltungen und Workshops gelingt es oft, hohe Akzeptanz für die Planungen und Baumaßnahmen bei den Bürgern zu erreichen.

Die Gemeinde Lengdorf beauftragte den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV), eine Rahmenplanung für den Ortsteil Obergeislbach unter Einbindung der Bürger zu erstellen, um die Ortsentwicklung aktiv und nachhaltig zu steuern. Ziel der Planung ist es, den Handlungsbedarf zu ermitteln und den Ortsteil nachvollziehbar zu entwickeln.

Siedlungsdruck auf Obergeislbach wächst

Der Grund: In jüngster Vergangenheit wurden vermehrt Bauanfragen an die Gemeinde Lengdorf für den Ortsteil Obergeislbach gestellt. Der geplante Autobahnausbau A 94 verbessert die Verkehrserschließung von Obergeislbach. Es herrscht ein Siedlungsdruck auf den Ortsteil, der stärker ist als der in anderen Dörfern und Nebenorten von Lengdorf.

Im Rahmen einer Bürgerwerkstatt hatten die Bürger von Obergeislbach sowie Interessierte, am Dienstag den 18. September 2018, die Gelegenheit, über die Zukunft von Obergeislbach zu diskutieren und ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Die Veranstaltung fand im Gasthaus Menzinger in Lengdorf mit etwa 90 Teilnehmern statt. Etwa achtzig Bewohner des Ortsteils Obergeislbach und etwa zehn weitere Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil. Seitens der Gemeinde waren Bürgermeisterin Gerlinde Sigl und zwei weitere Mitarbeiter vor Ort. Durch die Veranstaltung führten Carola Seis, Barbara Specht und Luisa Becker-Nickels vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München.

Assoziationen: „Zukunft Obergeislbach“

Zu Beginn stellte Barbara Specht vom PV den Teilnehmern in einem Vortrag die ortsplanerische Bestandsaufnahme und städtebauliche Analyse des Ortsteils Obergeislbach vor. Anschließend waren die Bürger eingeladen, in einem „Assoziationsspiel“ zu überlegen, was sie sich für die zukünftige Entwicklung für ihren Ort wünschen oder was gerade nicht. Unter dem Stichwort „Zukunft Obergeislbach“ konnten sie anhand von verschiedenen Bildern (Fotos aus Illustrierten), aus denen sie eine Abbildung auswählen konnten, ihre Wünsche für die zukünftige Entwicklung für ihren Ort mitteilen. Gewünscht wurde mehrfach, dem Wachstum aktiv zu begegnen, den Zuzug zu begrenzen und somit den Charakter des Ortes zu behalten. Die Teilnehmer sprachen sich für eine langsame, kontinuierliche Entwicklung aus. Im Ort soll Platz für die nächste Generation vorgehalten werden. Des Weiteren wünschten sie sich Sicherheit der Kinder im Verkehr, einen öffentlicher Platz als Treffpunkt, DSL im Dorf, einen Bolz- und Spielplatz für die vielen Kinder.

Kreativwerkstatt „Obergeislbach 2035“

Danach hatten die Bürger Gelegenheit, in Gruppenarbeit ihre Ideen und Wünsche zu diskutieren und auf einem Plan mit verschiedenen Materialien zu verorten. Es gab fünf Gruppen mit je etwa zehn bis fünfzehn Teilnehmern. Im Anschluss präsentierte jede Gruppe ihre Ergebnisse im Plenum. Hier ein paar Wünsche unter vielen anderen:

  • Siedlungsentwicklung: Einig waren sich die Teilnehmer, dass Obergeislbach ein Dorf bleiben soll. Sie wollen kein extremes, sondern ein sanftes, bedarfsgerechtes Wachstum für ihren Ortsteil. Argumentiert wurde aber auch, dass für Obergeislbach als zweitgrößter Ortschaft in Lengdorf in gewisser Zuzug berücksichtigt werden sollte.
  • Verkehr: Bei der Betrachtung der Verkehrssituation lag vielen Bürgern die Sicherheit der Bewohner, insbesondere der Kinder am Herzen. Teilnehmer aller fünf Gruppen wünschten sich Tempolimit von 30 km/h für den gesamten Ort, mehr Straßenlampen und Gehwege sowie eine radläufige Anbindung an die Umgebung.

Wünsche der Bürger werden ernst genommen

Am Ende der Veranstaltung gab Lengdorfs Bürgermeisterin Gerlinde Sigl einen Ausblick, wie es weitergeht. Zudem schätzte Frau Sigl die Möglichkeiten und Planungshorizonte der Umsetzung einzelner Ideen und Bürgerwünsche ein: Die Möglichkeit des „Tempo 30“ im gesamten Ort müsse überprüft werden. Der Wunsch nach einer besseren Straßenbeleuchtung sei nicht von heute auf morgen zu lösen. Geplant sei allerdings eine Umstellung auf LED-Beleuchtung die energiesparender ist. Die Bürgermeisterin stellte zudem Aussicht, für weitere Bürgerwünsche das Gespräch mit den entsprechenden Fachleuten zu suchen.

Die Bestandsaufnahme, Analyse sowie die Ideen und Anregungen der Öffentlichkeit werden im Gemeinderat erörtert. Die Rahmenplanung wird unter Berücksichtigung der Anregungen der Bürger weiterentwickelt und in einer Veranstaltung voraussichtlich im Januar 2019 vorgestellt.