Landkreis Ebersberg

Datenstand: 2018
Veröffentlicht:  Juni 2020

Seit 2003 veröffentlicht der PV jährlich für seine Mitgliedslandkreise die Kreisdaten. Diese beinhalten unter anderem die wichtigsten Daten zur demografischen Entwicklung, zu Arbeitsmarkt, Wirtschafts- und Leistungskraft, sowie zum Wohnungsmarkt (Wohnungsbestand und Wohnungsfertigstellungen), zur Mobilität und der öffentlichen Finanzlage in den Landkreisen der Region München sowie der Landeshauptstadt München.

Übersicht für den Landkreis Ebersberg

Jahr Einwohner Beschäftigte Wohnungsbestand Fertigstellungen BIP in Mrd. € Einpendler Auspendler
2008 127.085 31.790 54.120 441 3,40 25.296 38.703
2009 127.907 31.949 54.558 411 3,30 25.395 39.230
2010 129.199 31.609 55.107 525 3,30 25.026 39.909
2011 128.870 32.643 57.438 379 3,57 25.908 41.573
2012 131.011 33.034 58.079 618 3,51 26.097 43.316
2013 133.007 33.767 58.745 635 3,64 26.626 44.632
2014 134.873 35.371 59.314 534 3,95 27.740 45.900
2015 137.421 37.612 60.102 729 4,13 29.725 47.155
2016 139.016 38.952 60.448 314 4,30 30.936 48.393
2017 140.800 39.795 61.024 531 4,55 31.524 50.018
2018 142.142 41.214 61.715 649   32.638 51.492

Demografie

Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Ebersberg

Seit 2008 hat der Landkreis Ebersberg an Bevölkerung hinzugewonnen. 2008 haben im Landkreis Ebersberg ca. 127.100 Menschen gelebt, 2018 waren es rund 142.100 – also ein Plus von etwa 15.100 Einwohnern. Damit verzeichnet Ebersberg im Vergleich zu allen anderen Landkreisen der Region München sowie der Landeshauptstadt München mit 11,8 Prozent, nach dem Landkreis Dachau, das zweithöchste prozentuale Wachstum in den vergangenen zehn Jahren.

Von den Landkreiskommunen ist Anzing prozentual gesehen am stärksten gewachsen (+ 23,3 %), gefolgt von Poing (+ 22,5 %) und Glonn (+ 21,7 %).

Nach der Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes soll der Landkreis Ebersberg weiter wachsen. Die aktuellste Annahme geht von etwa 160.000 Einwohnern im Landkreis Ebersberg bis 2038 aus.

Nun berücksichtigt diese Prognose freilich noch nicht die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Da das Bevölkerungswachstum fast ausschließlich über den Zuzug generiert wird, der wiederum stark von der Wirtschaftslage abhängt, werden die nächsten Prognosen sowie die tatsächlichen Zahlen ein anderes Bild zeigen.

Zuwanderung größtenteils aus dem Ausland

Das Bevölkerungswachstum ist vor allem auf die Wanderungsüberschüsse (Zuzüge minus Fortzüge) zurückzuführen. Der Geburtensaldo war mit 146 zwar positiv – und das ist im Landkreis Ebersberg anders als in Bayern oder deutschlandweit, wo der natürliche Saldo (Geburten minus Sterbefälle) seit Jahren negativ ist, aber es sind vor allem die Zuzüge, die den Landkreis Ebersberg wachsen lassen. 2018 sind 11.225 Menschen in den Landkreis Ebersberg gezogen und 10.032 haben den Landkreis verlassen.

 

Dabei zogen vor allem Einwohner der Landeshauptstadt München in den Landkreis Ebersberg sowie aus dem Ausland. Auch aus den übrigen sieben Landkreisen der Region München verzeichnete der Landkreis Ebersberg leichte Wanderungsgewinne. An Bayern und das übrige Deutschland verlor der Landkreis Ebersberg jedoch Einwohner – wie seit Jahren schon.

Altersaufbau im Landkreis Ebersberg

Wie an der Alterspyramide für den Landkreis Ebersberg deutlich wird ist die Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen am häufigsten im Landkreis vertreten. Die Pyramide stellt auch im Landkreis Ebersberg keine Pyramide mehr da. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen verringerte sich, während der Anteil der Personen im Alter von 60 und mehr Jahren deutlich anstieg. 

Optimal ist die Altersstruktur einer Bevölkerung nach Angaben von Demografen übrigens, wenn keine Altersklasse überrepräsentiert ist und viele Menschen im arbeitsfähigen Alter sind. Statt einer Pyramidenform hätte das Altersdiagramm dann eine Glockenform.

Altersaufbau in Deutschland zum Vergleich

Wohnen & Flächennutzung

Wohnungsfertigstellungen decken Bedarf nicht

Im Landkreis Ebersberg gibt es etwa 61.700 Wohnungen für rund 142.000 Einwohner. Somit leben durchschnittlich etwa 2,4 Personen in einer Wohnung. Insgesamt werden in Wohngebäuden 6,28 Mio. Quadratmeter als Wohnfläche genutzt. Das bedeutet wiederum, dass jedem Einwohner durchschnittlich 44 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung stehen.

 

Wie überall in der Region München, ist auch das Wohnraumangebot im Landkreis Ebersberg knapp. Miet- und Kaufpreise sind stark gestiegen. Der Bau von Wohnungen ist daher ein entscheidender Faktor. Insgesamt wurden 2018 im Landkreis Ebersberg 649 Wohnungen fertig gestellt. Die meisten in Vaterstetten (309) und in Markt Schwaben (80). In Vaterstetten, Bruck und Markt Schwaben wurden die meisten Wohnungen je 1.000 Einwohner fertig gestellt.

Großteil der Fläche ist noch grün

Rund 86 Prozent der Gebietsfläche des Landkreises Ebersberg sind grün – also als Vegetation ausgewiesen. Knapp ein Prozent sind Wasserfläche. Etwa 13 Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsfläche. Diese Fläche steht für Verkehr, Wohnen, Industrie und Gewerbe, aber auch Sport, Freizeit und Erholung zur Verfügung. Tatsächlich versiegelt sind von dieser Fläche ca. 50 Prozent. Es sind also von 1.000 qm Gebietsfläche etwa 63 qm bebaut.

Wirtschaft & Arbeitsmarkt

Entwicklung der Beschäftigtenzahl im Landkreis Ebersberg

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SVB) sowie der Erwerbstätigen (SVB plus Beamte, geringfügig Beschäftigte, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige) stieg im Landkreis Ebersberg kontinuierlich an.

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort (= Arbeitsplätze) von rund 31.800 im Jahr 2008 auf etwa 41.200 in 2018 (+ 29,6 %). Somit steigt die Zahl der Arbeitsplätze im Landkreis Ebersberg (+ 29,6 %) schneller als die der Einwohner (+11,8 %).

Innerhalb des Landkreises Ebersberg verzeichneten die Gemeinden Moosach und Baiern die höchsten Zuwächse bei den Arbeitsplätzen  – relativ gesehen. Bei den absoluten Zuwächsen liegen Vaterstetten (+1.997), Markt Schwaben (+1.899) und die Stadt Ebersberg (+1.480) vorn.

Die meisten Arbeitsplätze lagen 2018 in der Gemeinde Poing (6.441), gefolgt von Vaterstetten (6.392) und der Stadt Ebersberg (5.864) .

Verkehr

Über 50 Prozent der Auspendler fahren in die Stadt München

Die Pendlergesamtmobilität hat seit 2008 zugenommen. 2008 waren etwa 56.700 Menschen werktäglich im Landkreis Ebersberg unterwegs, 2018 waren es 74.300. Dazu zählen alle, die zum Arbeiten in eine andere Kommune innerhalb des Landkreises fahren (kreisinterne Pendler) und alle, die aus dem Landkreis Ebersberg hinausfahren oder von außerhalb in den Landkreis kommen.

Innerhalb des Landkreises pendelten täglich etwa 9.900 Beschäftigte von einer Kommune in eine andere. Rund 42.000 Beschäftigte fuhren zur Arbeit aus dem Landkreis Ebersberg raus (Auspendler), davon 21.810 in die Landeshauptsstadt München. In den Landkreis Ebersberg pendelten täglich etwa 22.800 Beschäftigte. Es fuhren also deutlich mehr Menschen aus dem Landkreis raus zur Arbeit als in ihn hinein.